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Termin

18.01.2026, 20:00

Was passiert im Iran?

Was passiert im Iran
Was passiert im Iran

„Ein*e Student*in mit transformativer Vorstellungskraft strebt nach einer Zukunft ohne Despotismus und wird sich keiner Form von Autoritarismus unterwerfen.“

Große Proteste bewegen seit Ende Dezember den Iran. Ausgelöst durch eine starke Inflation gehen die Demonstrationen heute weit über wirtschaftliche Unzufriedenheit hinaus: die Herrschaft der islamischen Mullah Regierung wird angegriffen. Diese reagiert mit enormer Repression. Das Internet wird zeitweise abgeschaltet und doch dringen Nachrichten von mehreren tausend Toten ins Ausland durch.

Um besser zu verstehen, wie es dazu kommen konnte, wie sich die Situation entwickelt und wie sich linke Gruppen vor Ort in dieser Ausnahme- und Notsituation positionieren und verhalten, reden wir mit einem Freund, der derzeit in Teheran ist sowie einem Freund aus Teheran, der dort als Student während der Jin Jiyan Azadi-Aufstände politisch aktiv war und heute aus Europa engen Kontakt zu seinen Genoss*innen vor Ort hält.

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

 

 


Hier findet ihr außerdem das Statement mehrerer Universitäten, die darlegen, warum junge Menschen heute gegen das Islamische Regime und für Demokratie auf die Straße gehen sollten:

Die Universitäten Teheran, Beheshti, Allameh Tabatabai, Science and Industry sowie Tarbiat Modares schließen sich den landesweiten Protesten an.

Seit Jahren fürchten die Machthaber die Universität und bekämpfen sie mit Repression und Zermürbung. Heute haben sich die Krisen angehäuft: Armut, Ungleichheit, Klassenunterdrückung, Geschlechterunterdrückung, Druck auf nationale Minderheiten, Wasser- und Umweltkrise. All dies sind direkte Folgen eines korrupten und zerfallenden Systems, das offensichtliche Symbol einer repressiven Politik, die nach verschiedenen sozialen Bewegungen ihr blutrünstiges Gesicht insbesondere im Aufstand vom November 2019 und in dem Aufstand „Frau, Leben, Freiheit“ deutlich gezeigt hat.

Das Regime folgt diesem Muster der Unterdrückung auch im Umgang mit der Universität; es entzieht ihr jegliches politische oder kritische Element und verwandelt sie in einen neutralisierten Ort, an dem die paramilitärischen Söldner der Basij wüten können. Die unermüdlichen Bemühungen des Wissenschaftsministeriums und der Universitätspräsidenten, die Bildung zu kommerzialisieren und alle Sozialleistungen abzuschaffen, zielen darauf ab, die Universität von einer politischen und engagierten Institution in ein wirtschaftliches und passives Unternehmen zu verwandeln. Dennoch hat die Universität erneut bekräftigt, dass sie sich gegen Tyrannei stellt und hat sich selbst in den dunkelsten Momenten der Geschichte, sowohl unter den Pahlavis als auch unter dem islamischen Regime, mit Ehre aus der Prüfung ihres Engagements für Freiheit und Gleichheit hervorgetan. Die Universität war schon immer eine beeindruckende Barriere gegen alle Formen reaktionärer, archaischer Institutionen und hat ihren Ruf nach Fortschritt jeden Tag lauter werden lassen.

Die Student*innen sind die Kinder dieser Geschichte. Es ist nur natürlich, dass Slogans wie „Weder Pahlavi noch Führung; Freiheit und Gleichheit“ aus dem Herzen der Universität aufsteigen und dass „Frau, Leben, Freiheit“ widerhallen. Obwohl dieser Druck das Wachstum des freien Dialogs und der radikalen Kritik verlangsamt und sogar die Diskussion über Geschlechterdiskriminierung und das Recht auf ein freies Leben wiederholt zurückgeworfen hat, hat er sie nicht zum Schweigen gebracht. Heute ist die Universität das pulsierende Herzstück der Verbindung zwischen unterschiedlichen Standpunkten. Weder die Universität noch die Studierenden beugen sich vor irgendeiner Autorität. Die geballten Fäuste, die „Tod der Diktatur“ rufen, richten sich gegen jede Form von Autoritarismus und diktatorischem Verhalten, sei es real oder imaginär.

Heute steht die Universität erneut an der Seite des Volkes, bekräftigt dasselbe historische „Nein“ im Aufstand der Frauen, des Lebens und der Freiheit gegen falsche Dichotomien und marschiert mit ihnen. Was jetzt notwendig ist, ist die Solidarität des Volkes gegen die Islamische Republik, die Pahlavi-Monarchie und die Mojahedin-e Khalq. Aber diese Solidarität darf die Stimme der Universität nicht zum Schweigen bringen. Wir möchten durch interne Debatten zu konkreten Vorschlägen und zu kollektiven Vorstellungen für die Zukunft des Iran zu gelangen; eine Zukunft, in der Freiheit und Gleichheit Hand in Hand gehen und die Befreiung der Frauen und das Ende der geschlechtsspezifischen Unterdrückung die treibende Kraft für Veränderungen sind. Veränderungen, die durch demokratische Institutionen und die Schwächung von Strukturen der Herrschaft und Ausbeutung zustande kommen werden. Eine Zukunft, die ohne die Prinzipien und Diskurse des Velayat-e Faqih, des Hijab und der Hinrichtungen kommen wird und in der wir die Verwirklichung von Freiheit und Gleichheit erleben werden.

Ein*e Student*in mit transformativer Vorstellungskraft strebt nach einer Zukunft ohne Despotismus und wird sich keiner Form von Autoritarismus unterwerfen. Heute erfordert unser Fortschritt eine neue Vision. Die Krisen in der Gesellschaft und die Inkompetenz aller Oppositionsgruppen gegenüber der Islamischen Republik haben uns an einen Punkt gebracht, an dem wir behaupten, dass die Studierendenbewegung eine konstruktive Haltung einnehmen muss: das bedeutet, auf die Anforderungen der Zeit zu reagieren, die Forderungen des Volkes und verschiedener gesellschaftlicher Gruppen zu unterstützen und die Prozesse zur Erfüllung ihrer Forderungen zu gestalten.

Menschen im Iran! Heute müssen wir alle vereint „Nein“ zur Islamischen Republik sagen. Niemand weiß, was morgen bringen wird, und kein Einzelner wird über unser Schicksal entscheiden. Aber eines ist sicher: Die Zeit für Bewegung ist jetzt, die Zeit für Taten ist jetzt. Wir müssen uns erheben und unser Schicksal selbst schreiben.

Kinder des Iran
Aus den Straßen der Universität

Gemeinsame Erklärung veröffentlicht von:

Universität Teheran – Daneshjo

Unabhängige Studentenvereinigung von Beheshti


🛑بیانیه مشترک فعالان دانشجویی دانشگاه‌های تهران، بهشتی، علامه، علم و‌صنعت و تربیت‌مدرس در همراهی با اعتراضات سراسری


سال‌هاست حاکمان از دانشگاه هراسیده‌اند و با سرکوب و فرسودگی به جانش افتاده‌اند. امروز نیز بحران‌ها روی هم انباشته شده‌اند: فقر، نابرابری، ستم طبقاتی، ستم جنسیتی، فشار بر ملت‌ها، بحران آب و محیط‌زیست. همه محصول مستقیم سیستمی فاسد و فرسوده است؛ نماد عریان سیاست سرکوبی که به‌ویژه پس از جنبش‌های گوناگون اجتماعی چهره خونخوار خود را در آبان ۹۸ و خیزش «زن، زندگی، آزادی» آشکارتر کرده است.

سیاست حاکمیت در قبال دانشگاه هم از این الگوی سرکوب تبعیت می‌کند؛ تهی‌کردن آن از هر عنصر سیاسی و نقادانه‌ای و بدل‌کردن دانشگاه به میدانی اخته که جولانگاه مزدوران شبه‌نظامی بسیجی شده‌است. تلاش‌های بی‌وقفه وزارت علوم و روسای دانشگاه‌ها برای پولی‌سازی آموزش و حذف هرگونه خدمات رفاهی همه در راستای تبدیل دانشگاه از نهادی سیاسی و دغدغه‌مند به بنگاهی اقتصادی و منفعل است. با این همه، دانشگاه بار دیگر خاطرنشان کرد که در برابر استبداد ایستاده و در تاریک‌ترین بزنگاه‌های تاریخ، چه در پهلوی و چه در ولایت اسلامی، از آزمون آزادی‌خواهی و برابری‌طلبی سربلند بیرون آمده است. دانشگاه همواره سدی محکم در مقابل هر شکل از نهادهای باستانی مرتجع بوده و بانگ ترقی‌خواهی خود را هر روز از دیروز رساتر ساخته‌است.

دانشجو فرزند همین تاریخ است. طبیعی است که شعارهایی چون «نه پهلوی، نه رهبری؛ آزادی و برابری» از دل دانشگاه برخیزد و «زن، زندگی، آزادی» چنین طنین افکند. این فشارها گرچه سرعت رشد گفت‌وگوی آزاد و نقد رادیکال را کاسته و حتی بحث درباره تبعیض جنسیتی و حق زیست آزادانه را بارها عقب رانده، اما آن را خاموش نکرده است. دانشگاه امروز قلب تپنده‌ی پیوند میان آراء متکثر است. دانشگاه و دانشجو در مقابل هیچ نهاد اقتداری سر خم نمی‌کند. مشت‌های گره شده‌ای که فریاد می‌زنند «مرگ بر دیکتاتوری» خطابشان هر شکلی از اقتدارگرایی و دیکتاتورمنشی موجود و ناموجود است.

دانشگاه امروز بار دیگر با تاکید بر همان «نه»ی تاریخی در خیزش زن، زندگی آزادی، علیه دوگانه‌های کاذب در کنار مردم می‌ایستد و همراه با آنان گام برمی‌دارد. آنچه اکنون ضرورت دارد همبستگی آحاد ملت در مقابل جمهوری‌اسلامی، سلطنت پهلوی و مجاهدین خلق است. صدای ملت بودن از همین جا معنا پیدا می کند، اما این همبستگی نباید دانشگاه را از بیان صدای خود محروم کند. ما تلاش می‌کنیم در گفت و گویی درونی به وجوه ایجابی و تخیل جمعی برای فردای ایران برسیم؛ فردایی که آزادی و برابری همراه هستند و رهایی زنان و پایان ستم جنسیتی، پیشران تغییر است. تغییراتی که به میانجی نهادهای دموکراتیک همگام با تضعیف ساختارهای سلطه و استثمار رخ خواهند داد. فردایی که بدون اصول و گفتمان‌های ولایت فقیه، حجاب و اعدام فراخواهد رسید و ما عینیت‌یافتگی آزادی و برابری را تجربه خواهیم کرد. 

جنبش دانشجویی با تخیلی تحول‌خواهانه به دنبال آینده‌ای رها از استبداد است و به هیچ شکلی از اقتدارطلبی تن نخواهد داد. امروز پیشروی ما نیازمند در دست
داشتن طرحی نو است. بحران‌های جامعه و عدم‌شایستگیِ تمام طرف‌های مخالف جمهوری اسلامی، ما را به نقطه‌ای رسانده که ادعا می‌کنیم جنبش دانشجویی نیازمند کنشگری ایجابی است. یعنی به اقتضائات زمانه پاسخ دهد، با مطالبه‌گری مردم و اقشار مختلف همراهی کند و فرآیندهای برآورده شدن مطالبات را صورتبندی‌ کند.

مردم ایران! امروز همه ما در «نه» به جمهوری اسلامی باید متفق‌القول باشیم. هیچ‌کس از فردای نیامده خبر ندارد و هیچ نیروی تک‌نفره‌ای هم سرنوشت ما را رقم نخواهد زد. اما یک‌چیز مسلم است؛ وقت حرکت است، هنگام عمل است. باید به پا خیزیم و سرنوشتمان را به دست خویش بنویسیم.

فرزندان ایران
از خیابان‌های دانشگاه


📌انتشار مشترک بیانیه در:

دانشگاه تهران-دانشجو

صنفی مستقل دانشجویان بهشتی 

Veranstaltungsort:

Online via Zoom:

 

https://us06web.zoom.us/j/81311925842?pwd=a87ukRoMHlF6bOkztuDfsXWHNuRRTu.1

Meeting-ID: 813 1192 5842
Kenncode: 104477

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