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24.08.2021

Die Zivilbevölkerung in Afghanistan braucht jetzt sofort Unterstützung!

Pressemitteilung

Die Zivilbevölkerung in Afghanistan braucht jetzt sofort Unterstützung!
Die Zivilbevölkerung in Afghanistan braucht jetzt sofort Unterstützung!

Die westlichen Truppen sind abgezogen, die islamistischen Taliban haben in Afghanistan die Macht übernommen. Was bleibt sind die Menschen vor Ort ohne Unterstützung und ohne Perspektive.

Am schlimmsten trifft es die, die sich für Frieden, Demokratie und Menschenrechte einsetzen: Journalist*innen, Frauenrechtsaktivist*innen, unabhängige Beobachter*innen und NGO-Mitarbeiter*innen sowie Ortskräfte der ausländischen Truppen wie zum Beispiel Übersetzer*innen oder Ortskundige.

Über 10.000 dieser Menschen sitzen nun in Afghanistan fest, für sie besteht keine Aussicht auf eine Ausreise an einen sicheren Ort. Die Staaten, für die sie gearbeitet haben, lassen sie nun im Stich, den Taliban schutzlos ausgeliefert. Die afghanische Zivilbevölkerung muss sich den Taliban beugen, für Frauen, religiöse Minderheiten und progressive politische Kräfte besteht Lebensgefahr. Die Abschiebungen nach Afghanistan sind zwar vorerst ausgesetzt, Afghanistan ist allerdings immer noch als sicheres Herkunftsland eingestuft.

Vor 20 Jahren, nach den Anschlägen vom 11. September 2001, sind die Staaten der NATO in Afghanistan einmarschiert, um al-Qaida zu zerschlagen und ihre Unterstützung durch die regierenden Taliban zu beenden. Einen nachhaltigen Plan für die Zeit nach der Invasion schien es nicht gegeben zu haben, alle Versuche, eine demokratisch legitimierte Staatlichkeit aufzubauen, scheiterten oder blieben auf bestimmte Regionen begrenzt, in denen ausländische Truppen präsent waren. Der dieses Jahr erfolgte, endgültige Abzug der NATO zeigt nun genau das:

Der Afghanistaneinsatz ist gescheitert. Die Hoffnung auf eine friedliche Lösung und die Errichtung einer Demokratie sind nach der Machtübernahme Geschichte. Für die deutsche Regierung allerdings ist der Ausgang jedoch nicht unbedingt ein Misserfolg. Sie kann sich sicher sein, dass Flüchtende unter der Talibanregierung im Land bleiben und sich nicht auf den Weg nach Europa machen können.

Der Ausgang des NATO-Einsatzes in Afghanistan ist kein Einzelfall. In Mali beispielsweise zeigt sich ein ähnliches Bild. Das Eingreifen der NATO- und UN-Truppen destabilisiert die Sicherheitslage in Westafrika, die humanitäre Lage spitzt sich in den betroffenen Ländern zu. Unter dem Vorwand der Fluchtursachenbekämpfung werden harte Grenzen errichtet und Menschen so in den sicheren Tod geschickt. Die Ursachen für Flucht und Verfolgung werden nicht bekämpft, die Flüchtenden werden nur daran gehindert, Europa zu erreichen.

Die Zivilbevölkerung in Afghanistan braucht jetzt sofort Unterstützung. Unsere Forderungen sind daher:

  • Sofortige Evakuierung aller Ortskräfte sowie ihrer Familien und dauerhaftes Bleiberecht für Alle!
  • Herstellung von sicheren Fluchtrouten aus Afghanistan
  • Schluss mit den Abschiebungen nach Afghanistan - Afghanistan darf nicht weiter als sicheres Herkunftsland eingestuft werden
  • Unterstützung aller NGO´s, die sich für Frieden, Demokratie und Frauenrechte einsetzen - Ihre Mitarbeiter*innen und Aktivist*innen müssen unterstützt und geschützt werden.

Die NATO-Einsätze müssen ein Ende haben - NATO-Einsätze destabilisieren ganze Regionen und verhindern die sichere Flucht von Menschen. Sie tragen nicht dazu bei, dass humanitäre Krisen oder politische Instabilität bekämpft werden

Es braucht echte humanitäre Hilfen - Hungersnöte, Klimakrisen und die ungleiche Verteilung von Reichtum müssen bekämpft werden, damit Menschen nicht mehr gezwungen sind zu flüchten.

Der Einsatz in Afganistan ist gescheitert, leidtragend ist nun die Zivilbevölkerung. Am schlimmsten trifft es die, die sich für Frieden, Demokratie und Menschenrechte einsetzen. Dort und weltweit: Es braucht echte humanitäre Hilfen - Hungersnöte, Klimakrisen und die ungleiche Verteilung von Reichtum müssen bekämpft werden, damit Menschen nicht mehr gezwungen sind zu flüchten.

Termine

06.01.2023, 18:00 bis 08.01.2023, 12:00

Liebesbeziehungen im Patriarchat
Am ersten Januarwochenende 2023, veranstaltet von der Mädchen- und Frauenpolitischen Kommission

13.01.2023, 18:00 bis 15.01.2023, 13:00

Rosa & Karl - Seminar
Ein Wochenende voller Workshops und Begegnungen zu den sozialistischen Vordenker*innen und Kämpfer*innen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, das die SJD - Die Falken traditionell rund um ihre Todestage in unserer Jugendbildungsstätte in der Nähe von Berlin veranstalten.

03.02.2023, 18:00 bis 05.02.2023, 13:00

EXCEED LIMITS: Abschlussveranstaltung

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