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Artikel

11.05.2023

Karl Müller-Bahlke kandidiert erneut als Bundesvorsitzender

Der Kandidatenbrief von Karl Müller-Bahlke

Karl Müller-Bahlke
Karl Müller-Bahlke

Liebe Genoss*innen,

ich bin Karl aus dem Bezirk Braunschweig und ich kandidiere dieses Jahr ein weiteres Mal für das Amt des Bundesvorsitzenden unseres Verbandes. Die vergangenen Jahre haben für uns im Verband, wie auch für die gesamte deutsche und internationale Linke, viele Herausforderungen gebracht. Die Nachwirkungen der Coronakrise, der Überfall Russlands auf die Ukraine, die deutsche „Zeitenwende“ und der weltweite Wirtschaftskrieg erfordern nicht nur linke Antworten, sondern vor allem erst einmal linke Fragen.

Unser Verband hat sich vor den Herausforderungen nicht versteckt. Wir haben eine bescheidene, aber nicht zu unterschätzende Tugend des Verbandes bewahrt; nämlich uns mit einer im gesellschaftlichen Vergleich gewissen Unaufgeregtheit eine eigene Meinung zu bilden und diese anschließend zu vertreten.

Wir haben in den letzten Jahren gemerkt, wie wenig selbstverständlich es ist, eine politische Organisation als Bildungsverband zu organisieren. Kaum eine Eigenschaft unseres Verbandes habe ich in den letzten Jahren so sehr schätzen gelernt, wie die selbstverständliche Verbindung von praktischer Aktion und Selbstbildung durch alle Gremien, Maßnahmen und Aktionsformen hindurch. Sozialistische Theorie ist für uns nichts, was im Lesekreis passiert, damit man dann auf dem Zeltlager oder im Stadtjugendring das Gegenteil machen kann. Unser Verständnis von Gesellschaft ist kein moralischer Ballast, den wir mit uns herumschleppen, sondern Instrument und Hilfe für unsere Praxis in einer feindlichen Welt. Diese Qualität des Verbandes will ich weiter stärken, mit diesem Verständnis von Theorie und Praxis will ich den Bundesverband voranbringen.

Ein weiterer Bereich, in dem unser Verband eine herausgehobene Rolle in der deutschen Linken einnimmt und die ich in den kommenden zwei Jahren gerne intensivieren will, ist der Internationalismus. Die deutsche Linke versteht sich zwar in weiten Teilen als antinational, ist aber nur in den aller seltensten Fällen in irgendeiner Weise international – die Voraussetzung, für eine wirklich nachhaltige Nationalismuskritik. Als Verband haben wir aber nicht nur internationale Kontakte, sondern auch eine eigene demokratische Struktur, die internationalistische Erfahrungen – und im Kern ist jede internationale Begegnung eine Bildungserfahrung im eigentlichen Sinn – von unseren Delegationen weitertragen und über bloß einzelne Begegnungen hinauswachsen lassen kann. Und wir können nicht zuletzt Kindern und Jugendlichen Erfahrungen von Auslandsreisen und internationalen Begegnungen möglich machen, die ansonsten nur deutlich reicheren Familien vorbehalten bleiben.


Der Kern und Inhalt unserer Begegnungen muss dabei die Sozialistische Erziehung sein, denn in dieser Praxis muss sich unser Verständnis der Welt am Ende beweisen und über den Austausch in diesem Bereich kommen wir mit unseren Genoss*innen überall auf der Welt ins Gespräch. Im besten Fall ist unsere pädagogische Praxis dann wiederum von den Erfahrungen unserer Genoss*innen auf der ganzen Welt informiert. Das heißt für mich gelebter Internationalismus im Kinder- und Jugendverband.

Im Zuge dieses gelebten Internationalismus muss unsere sozialistische Perspektive auf Frieden zentraler Bestandteil unserer Politik sein. Die berühmte Aussage Willy Brandts, dass ohne Frieden Alles Nichts ist, hat, wenn man sie ernst nimmt, sehr viel radikalere Konsequenzen als meist gefolgert wird. In der kapitalistischen Staatenkonkurrenz ist der Krieg vorprogrammiert. Er ist nicht unausweichlich, denn er hat gesellschaftliche Gründe und Gesellschaft kann man ändern. Aber damit er nicht eintritt, müssen wir als die Gegner der kapitalistischen Ordnung ihm entgegen treten: Das wahrscheinlich schlimmste kapitalistische Phänomen, nämlich dass die kapitalistischen Staaten ihre Untertanen sich gegenseitig niedermetzeln lassen; das zu verhindern ist die unmittelbarste Aufgabe jeder sozialistischen Organisation. Insbesondere mit dem Willy-Brandt-Center in Jerusalem kann unser Verband an langjährige Erfahrung in der Friedensarbeit anknüpfen. Ich will gemeinsam mit euch sowohl diese Friedensarbeit für die Theorie und Praxis unseres Verbandes aktualisieren, als auch aufbauend darauf die friedenspolitische Position des Verbandes stärken und in der Sozialdemokratie profilieren.

Nicht zuletzt ist unser Verband auch Lern-, Bildungs- und Freizeitort im engeren Sinn: Unsere Bildungsstätten, Seminarhäuser und Zeltplätze bieten die Grundlage, auf der sich linke Organisationen erst entwickeln können. Nicht nur, dass wir alle mit unseren Plätzen und Häusern schöne und intensive Zeiten verbinden, der Erhalt und die Stärkung unserer Räume ist auch eine hoch politische Angelegenheit, insbesondere wenn sich die gesellschaftliche Stimmung gegen Links wendet.

Unsere allerwichtigste Aufgabe als Sozialist*innen ist es in der aktuellen Lage, handlungsfähige sozialistische Organisationen überhaupt erst wiederaufzubauen, die in der Lage sind, unsere Interessen zu vertreten und unsere Ideen zur Einrichtung der Gesellschaft umzusetzen. Eine solche Organisation muss auch unser Verband sein. Wie das heutzutage aussehen kann, diese Frage müssen wir stellen und gemeinsam so gut, wie wir können, beantworten.

Dabei will ich den Verband begleiten.

Freundschaft!

Karl Müller-Bahlke


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